Geschrieben von Mika. Zuletzt geändert am 02.01.2026 um 17:46:30 Uhr.

(Bild in Lizenz von Drobot Dean, stock.adobe.com) Friseurnamen sind bestenfalls ein kreatives Spielfeld, manchmal sogar ein Experimentierlabor für Wortspiele. Doch originelle und verunglückte Ergebnisse trennt ein strenger Scheitel. Besonders beliebt ist es bei der Inhaberschaft, mit Wortverschmelzungen zu arbeiten – in der Hoffnung, dass dabei ein cleverer Aha-Effekt entsteht. Leider geht dieser Versuch regelmäßig daneben: Statt pfiffig wirkt er verkrampft, statt eingängig nur sperrig. „Krehaartiv“ ist das Paradebeispiel dafür. Es ist so sperrig, dass es eine Grenze überschreitet: die Schmerzgrenze.
Dies liegt zum einen an ihren schlichten Bestandteilen: „Haar“ und „kreativ“. (Wer schon einmal in die Verlegenheit kam, seinen Eltern das Modewort „No-Brainer“ erklären zu müssen – hier, bitteschön!) Und zum anderen daran, dass an dem Resultat rein gar nichts unterhaltsam, fantasieanregend oder zweideutig ist. Im Gegenteil: „Krehaartiv“ tut eindeutig weh! Als Namensenthusiasten lässt sie uns das Herz bluten und der Kundschaft liegt sie auf jeden Fall quer im Mund. Warum? – Weil zwei Wörter vermixt wurden, ohne dass dabei jemand den Knopf, pardon: Kopf, eingeschaltet hat! Das Ergebnis ist weder leicht lesbar, noch lässt es sich bequem aussprechen. Es erfüllt also nicht einmal die Grundanforderung eines Friseurnamens.
Leider reicht das manchen Namensgebenden nicht. Sie setzen ungehemmt noch eins drauf, indem sie sich für eine eigenwillige Schreibweise ihres Wortmonsters entscheiden: Groß- und Kleinschreibung werden wild durcheinandergewürfelt, als ob Tippfehler neuerdings ein Stilmittel wären. (Nein und nochmals nein. SiND siie NichT!) Das Ergebnis: völlig verstörende, Augenkrebs provozierende Varianten wie „KreHAARtiv“ oder gar „KREhaarTIV“, die schon beim Hinsehen – und nicht erst beim Aussprechen – wehtun.
Nun die häufig gestellte Frage: Kann man bei diesem Friseurnamen noch etwas retten? Zum Beispiel, wenn jemand ein gescheitertes „Krehaartiv“ übernehmen und weiterführen möchte? – Aus unserer Sicht ein schwieriges Unterfangen! Man könnte versuchen, das Ganze mit einem Augenzwinkern zu inszenieren: ein Interieur im Bauhaus-Experiment-Stil, ein Logo, das absichtlich nach Typografie-Workshop aussieht, und eine klare Attitude nach außen: „Ja, wir wissen, dass der Name peinlich ist – aber wir machen das Beste draus.“ Doch mal ehrlich: Ein sauberer Cut wäre besser.
Pluspunkte:
- Immerhin der Versuch eines kreativen Wortspiels.
- Lässt sich (mit viel Augenzwinkern) ironisch inszenieren.
- Könnte im Gedächtnis bleiben, weil er so wehtut.
Minuspunkte:
- Schwer lesbar, noch schwerer auszusprechen.
- Häufig so gestaltet, dass er auch eine optische Zumutung darstellt.
- Erreicht das Gegenteil: Wirkt nicht kreativ, sondern einfallslos.
- Kaum seriös oder sympathisch vermittelbar.
Synonyme: Krehaartive, Crehaartiv(e)